Ich kenne meine eigene Zielgruppe nicht
Das hier ist peinlich. Aber es ist wahr, also schreib ich es auf.
Februar 2025. Ich sitze an meinem Schreibtisch in Wagenhoff. Niedersachsen. Einfamilienhaus, Garten, zwei Kinder die im Nebenzimmer spielen. Von außen sieht alles gut aus.
Ich berate seit Jahren Coaches und Experten. Helfe ihnen ihre Angebote zu schärfen, ihre Zielgruppe zu verstehen, ihren Preis zu finden. Und ich bin gut darin. Wirklich gut. Ich hab Leuten geholfen fünfstellige Monatsumsätze zu erreichen. Ich hab Communities aufgebaut. Ich hab Launches begleitet die funktioniert haben.
Und dann sitz ich da, allein mit meinem Laptop, und mir fällt etwas auf das mich seit Wochen nervt aber das ich nie ausgesprochen hab:
Ich kenne meine eigene Zielgruppe nicht.
Nicht so ein bisschen unklar. Richtig nicht. Ich könnte dir nicht in zwei Sätzen sagen für wen ich was mache und warum die das kaufen sollten. Ich, der Typ der genau das anderen beibringt.
Die Ironie ist so dick, du könntest sie schneiden.
Der Moment
Es war ein ganz normaler Dienstag. Ich hatte gerade einen Call mit einem Kunden beendet — einem Business Coach der seine Positionierung nicht hinbekommt. Ich hab ihm die Fragen gestellt die ich immer stelle: Wer genau ist dein Kunde? Was ist sein größtes Problem? Warum sollte er ausgerechnet bei dir kaufen?
Er hat gestammelt. Wie die meisten. Und ich hab ihm geholfen Klarheit zu finden. Wie immer.
Danach hab ich den Laptop zugeklappt und mir einen Kaffee gemacht. Und auf dem Weg zur Küche hat mich der Gedanke getroffen wie ein Zug: Ich kann diese Fragen für mich selbst nicht beantworten.
Nicht für ihn. Für mich.
5 Tage besessen
Ich hab angefangen aufzuschreiben. Alles. Was ich weiß, was ich glaube zu wissen, was ich nicht weiß. Zielgruppe. Angebot. Positionierung. Pricing. Die Fragen die ich meinen Kunden stelle — jetzt an mich selbst gerichtet.
Daraus wurden 80 Seiten.
80 Seiten. Für mich selbst. Kein Kunde hat danach gefragt. Kein Launch geplant. Nur ich, eine Tastatur und die Erkenntnis dass ich seit Jahren am falschen Problem arbeite.
5 Tage lang hab ich kaum geschlafen. Meine Frau dachte ich bin ausgezogen. Die Kinder haben mich nur noch beim Abendessen gesehen — wenn überhaupt. Ich hab morgens um 6 angefangen und nachts um 2 aufgehört. Nicht weil mich jemand gezwungen hat. Sondern weil ich nicht aufhören konnte.
Jede Frage hat zehn neue Fragen aufgeworfen. Jede Antwort hat eine Schicht tiefer geführt. Es war wie ein Tunnel — je weiter du reingehst, desto klarer wird es. Und du kannst nicht stoppen weil du weißt: Da hinten ist Licht.
Was dabei rauskam
Ein Workbook. Nicht schön. Nicht poliert. Kein Design, keine Farben, kein Layout. Aber brutal ehrlich. Jede Frage die ich meinen Kunden stelle, jetzt systematisch aufgebaut. Von der Zielgruppe über den Engpass bis zum Angebotssatz.
Und als ich es für mich selbst durchgearbeitet hab, ist was passiert was ich nicht erwartet hatte: Klarheit. Zum ersten Mal seit Jahren wusste ich wofür ich stehe. Was ich eigentlich verkaufe. Und vor allem: für wen.
Das Ding hat funktioniert. An mir selbst. An dem einen Menschen von dem ich am wenigsten erwartet hätte dass er es braucht.
Der Haken
80 Seiten. 5 Tage Arbeit. Für ein Ergebnis das eigentlich in 5 Minuten klar sein sollte.
Zu dem Zeitpunkt hab ich das noch nicht als Problem gesehen. Ich war zu high von der Erkenntnis. Zu stolz auf das was ich gebaut hatte. Aber der Haken war schon da — ich hab ihn nur noch nicht bemerkt.
Das Workbook war wie ein Presslufthammer um einen Nagel einzuschlagen. Funktioniert. Aber es muss einen besseren Weg geben.
Davon wusste ich damals noch nichts. Ich war einfach nur froh dass die Nebel sich gelichtet haben. Dass ich zum ersten Mal seit Monaten wieder wusste wohin ich laufe.
Was ich nicht wusste: Dieser Moment — dieses Gefühl von Klarheit nach Jahren im Nebel — das ist genau das Gefühl das ich heute mit dem Booster bei anderen auslöse. Nur in 5 Minuten statt 5 Tagen.
— Alex, Wagenhoff, Februar 2025
Und genau das war der Moment wo alles angefangen hat.
Ich wusste nicht wie mein eigener Kunde tickt. Also hab ich ein Werkzeug gebaut um es rauszufinden. Erst für mich. Dann für andere. Heute heißt es Booster.
💡 Was das für dich bedeutet:
Stell dir jetzt diese Frage: Kannst du in einem Satz sagen was du machst, für wen und warum die das kaufen sollten? Ohne „äh". Ohne „naja, also..." Wenn nicht: Du hast denselben blinden Fleck den ich hatte. Das ist kein Versagen. Das ist der Startpunkt.